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Kopfschutz für Bauarbeiter: Welche Arten gibt es?

Auf der Baustelle reicht ein Moment der Unachtsamkeit: ein herabfallender Hammer, eine pendelnde Last am Kran oder ein Stahlträger in Kopfhöhe. Kopfschutz gehört deshalb zur Grundausstattung am Bau, im Handwerk und in der Montage. Doch nicht jeder Helm und nicht jede Kappe schützt vor denselben Gefahren. Dieser Ratgeber erklärt, welche Arten von Kopfschutz es gibt, was die Normen EN 397 und EN 812 unterscheidet und worauf Sie bei der Auswahl achten sollten.

Wann Kopfschutz Pflicht ist

Ergibt die Gefährdungsbeurteilung, dass trotz technischer und organisatorischer Maßnahmen Gefahren durch herabfallende Gegenstände, pendelnde Lasten oder Anstoßen bestehen, muss der Unternehmer geeigneten Kopfschutz bereitstellen. Die Beschäftigten müssen ihn dann tragen. Orientierung gibt die DGUV Regel 112-193 „Benutzung von Kopfschutz“. Kopfschutz ist persönliche Schutzausrüstung im Sinne der Verordnung (EU) 2016/425 und muss das CE-Kennzeichen tragen.

Die wichtigsten Arten von Kopfschutz im Überblick

Je nach Einsatzbereich unterscheidet die DGUV Regel mehrere Arten. Für Bauarbeiter sind diese fünf relevant:

  • Industrieschutzhelme nach EN 397: der Standard auf der Baustelle. Sie schützen vor herabfallenden und pendelnden Gegenständen. Dafür sorgen eine durchdringungsfeste Schale und eine stoßdämpfende Innenausstattung.
  • Hochleistungs-Industrieschutzhelme nach EN 14052: höhere Schutzwerte, zum Beispiel bei seitlichen Stößen, für Einsätze mit erhöhtem Gefährdungspotenzial.
  • Elektrisch isolierende Helme nach EN 50365: für Arbeiten an Nieder- und Mittelspannungsanlagen. Vor thermischen Gefahren durch Störlichtbögen schützen sie nicht. Hier hilft die DGUV Information 203-077.
  • Bergsteigerhelme nach EN 12492: für Höhenarbeit und Seilzugangstechnik. Mit Kinnriemen sitzen sie auch bei einem Sturz fest am Kopf.
  • Industrie-Anstoßkappen nach EN 812: leichte Kappen mit harter Schale gegen das Anstoßen an feststehende, harte Gegenstände.

Schutzhelm oder Anstoßkappe?

Der wichtigste Unterschied betrifft die Gefährdung. Ein Schutzhelm nach EN 397 schützt vor herabfallenden und pendelnden Gegenständen. Eine Anstoßkappe nach EN 812 schützt nur vor Verletzungen durch Anstoßen an feststehende Gegenstände. Sie darf daher keinesfalls als Ersatz für einen Industrieschutzhelm verwendet werden. Wo ein Schutzhelm vorgeschrieben ist, reicht eine Anstoßkappe nicht aus.

Als Faustregel gilt:

  • Herabfallende oder pendelnde Gegenstände: Industrieschutzhelm
  • Nur Anstoßgefahr, zum Beispiel unter Rohrleitungen oder niedrigen Decken: Anstoßkappe oder Schutzhelm
  • Arbeiten unter Spannung: elektrisch isolierender Helm
  • Arbeiten in der Höhe mit Absturzgefahr: Bergsteigerhelm

Die endgültige Einstufung trifft Ihre Gefährdungsbeurteilung. Wenn Sie unsicher sind, klären Sie sie mit Ihrer Fachkraft für Arbeitssicherheit.

Zusatzmerkmale bei Industrieschutzhelmen

Neben den Grundanforderungen der EN 397 gibt es optionale Zusatzmerkmale. Sie sind im Helm gekennzeichnet. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Einsatz bei sehr niedrigen Temperaturen
  • Schutz bei kurzzeitigem Kontakt mit elektrischer Spannung
  • Schutz vor Spritzern aus flüssigem Metall
  • höhere Seitensteifigkeit bei seitlichen Belastungen

Prüfen Sie vor dem Kauf, ob diese Merkmale zu Ihrem Einsatz passen. Passende Modelle finden Sie in unserer Kategorie Kopfschutz.

Passform, Komfort und Zubehör

Ein Helm schützt nur, wenn er getragen wird, und das tut man nur, wenn er sitzt. Achten Sie deshalb auf eine verstellbare Kopfweite und auf Belüftungsöffnungen für den Sommer. Leuchtfarben erhöhen die Erkennbarkeit auf der Baustelle. Viele Helme lassen sich mit Kinnriemen, Nackenschutz, Visier oder Gehörschutz kombinieren. Verwenden Sie dafür nur Zubehör, das der Hersteller für das Modell freigibt. Passende Artikel finden Sie unter Kopfschutz & Zubehör und Kapselgehörschutz.

Richtig tragen, pflegen und austauschen

Ein Helm entfaltet seine Wirkung nur, wenn er richtig aufgesetzt ist und der Kinnriemen, sofern vorhanden, geschlossen wird. Kunststoffhelme altern durch UV-Strahlung, Hitze, Kälte und Chemikalien. Die Gebrauchsdauer richtet sich nach den Angaben des Herstellers. Tauschen Sie den Helm aus, wenn:

  • die Schale Risse, Verformungen oder starke Verfärbungen zeigt
  • der Helm einen starken Schlag abbekommen hat, auch wenn man äußerlich nichts sieht
  • die Innenausstattung beschädigt oder verschlissen ist
  • die vom Hersteller angegebene Gebrauchsdauer überschritten ist

Reinigen Sie den Helm nur mit milden Mitteln und lagern Sie ihn trocken und vor direkter Sonne geschützt. Bringen Sie keine Aufkleber, Farben oder Lösungsmittel auf die Schale auf, ohne die Freigabe des Herstellers.

Checkliste für die Beschaffung von Kopfschutz

  • Gefährdung laut Gefährdungsbeurteilung festgelegt
  • Art des Kopfschutzes passend gewählt: Schutzhelm, Anstoßkappe oder Spezialhelm
  • CE-Kennzeichen und Normkennzeichnung (z. B. EN 397) vorhanden
  • Zusatzmerkmale passend zum Einsatz, zum Beispiel für Kälte oder Elektroarbeiten
  • Passform mit verstellbarer Kopfweite und ausreichend Belüftung
  • Zubehör vom Hersteller freigegeben
  • Gebrauchsdauer und Pflegehinweise des Herstellers beachtet

Kopfschutz bei Technigro

Bei Technigro finden Sie Kopfschutz in verschiedenen Ausführungen, Farben und mit passendem Zubehör. Zur vollständigen Ausrüstung auf der Baustelle gehören außerdem Warnschutzkleidung, Sicherheitsschuhe und Arbeits- und Schutzhandschuhe. Weitere Hintergründe zu Schutzklassen und Normen lesen Sie in unserem Ratgeber.

Quellen

  • DGUV Regel 112-193 „Benutzung von Kopfschutz“, dguv.de
  • DGUV Information 203-077 „Thermische Gefahren durch Störlichtbögen“, dguv.de
  • DIN EN 397 „Industrieschutzhelme“
  • DIN EN 14052 „Hochleistungs-Industrieschutzhelme“
  • DIN EN 50365 „Elektrisch isolierende Helme für Arbeiten an Nieder- und Mittelspannungsanlagen“
  • DIN EN 12492 „Bergsteigerausrüstung – Helme für Bergsteiger“
  • DIN EN 812 „Industrie-Anstoßkappen“
  • Verordnung (EU) 2016/425 über persönliche Schutzausrüstungen, eur-lex.europa.eu
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